Amylase oder Protease – welche Kultur passt zu welchem Geschmack?
Die Koji Kultur stellt eine Vielzahl an Enzymen her. Diese sind wichtig für die darauffolgende Fermentation und das Geschmacksprofil des Endprodukts. Besonders wichtig sind hierbei die Amylasen und Proteasen. Was ist der Unterschied? Amylase baut Stärke in kürzere Oligosaccharide und Monosaccharide ab. Dadurch entstehen viel Süße. Protease schlüsselt Proteine in Peptide und Aminosäuren auf. Diese tragen wesentlich zum Umami und der Vollmundigkeit bei.
Häufige Fragen
Welche Koji-Kultur ist für Anfänger am besten?
Für Einsteiger empfehlen wir Kome Koji Kin Weiß. Sie ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für viele klassische Koji-Produkte. Außerdem ist Reis ein besonders guter Ausgangsstoff, um die Grundlagen der Koji-Kultivierung kennenzulernen.
Ich möchte Miso herstellen – welche Koji-Kultur sollte ich verwenden?
Für Miso kannst du verschiedene Koji-Kulturen verwenden. Wenn du Koji selbst aus Sporen herstellen möchtest und zum ersten Mal damit arbeitest, ist Kome Koji Kin Weiß eine gute und vielseitige Wahl. Noch einfacher ist es, bereits fertigen Kome-Koji oder Mugi-Koji von uns zu verwenden. Für besonders kräftiges, proteinreiches Miso kann auch eine Protease starke Kultur wie Mame Koji-Kin interessant sein.
Was ist der Unterschied zwischen Shoyu Koji-Kin Dunkel und Hell?
Vereinfacht gesagt: Dunkel = mehr Protease, Hell = mehr Amylase.
Die dunkle Variante eignet sich daher besonders für kräftige, umamireiche Shoyu. Die helle Variante unterstützt eine stärkere Stärkeverzuckerung und passt zu helleren, süßlicheren Shoyu-Stilen.
Was ist der Unterschied zwischen Shochu Koji-Kin Weiß und Schwarz?
Beide Kulturen werden für Shochu verwendet und bilden während der Kultivierung Zitronensäure. Der wesentliche sichtbare Unterschied ist die Sporenfarbe: Weiß bildet helle gelbliche Sporen, das Shochu Koji-Kin Schwarz hingegen schwarze Sporen. Die schwarze Variante wird häufig als etwas runder und kräftiger im Aroma beschrieben.
Warum gibt es so viele verschiedene Koji-Kulturen?
Koji-Kulturen unterscheiden sich unter anderem in ihrer Enzymaktivität und ihrem Aromaprofil. Je nachdem, ob du mehr Süße, Umami, Säure oder bestimmte Aromen entwickeln möchtest, kann eine andere Kultur besser geeignet sein. Deshalb gibt es spezialisierte Kulturen für beispielsweise Miso, Shoyu, Mirin, Sake oder Shochu.
Kann man aus fertigen Koji mehr Koji herstellen?
Ja. Hierfür sollte das Koji länger gereift werden damit es besonders viele Sporen bildet. Denn den Koji vermehrt man über die Sporen nicht über das Mycel. Um keine Kontaminanten zu vermehren und damit die Sporen auch über Generationen vital bleiben verwenden die allermeisten Koji-Produzenten in Japan allerdings gekaufte Sporen.
Kann man aus bereits vorhandenem Tempeh neues Tempeh herstellen?
Ja. Hierfür sollte man allerdings entweder ganz frisches Tempeh verwenden mit dem sofort den nächsten Tempeh ansetzt oder man Tempeh-Starterkultur lang fermentiertes Tempeh welches somit viele Sporen gebildet hat. Bitte informiert euch genauer bevor ihr das unternehmmt! Da die Kultur leicht mit unerwünschten Mikroorganismen kontaminiert werden kann, sind für zuverlässige Ergebnisse die Tempeh-Starterkultur die bessere Wahl.